So lautete zumindest die Prognose von Frau Anne Kunz am 08.12.2015 in "DIE WELT".

Sie empfindet die gegenwärtige Ruhe um die Private Krankenversicherung als eher trügerisch, denn die aktuellen Zahlen lassen für die Zukunft nicht viel Gutes erwarten. Mehr noch, ihrer Meinung nach kämpft die PKV-Branche (mal wieder) um ihr Geschäftsmodell.

Wirklich die gesamte PKV? Hier wäre anzumerken, dass diese ja aus einzelnen Unternehmen besteht, somit kämpft wohl jedes in erster Linie für sich allein.

Und wie Frau Kunz ja richtigerweise einräumt, gibt es ja durchaus Versicherer, die den schwierigen Marktbedingungen zum Trotz ein positives Wachstum verbuchen können. Das Geschäftsmodell scheint also nach wie vor grundsätzlich zu funtionieren.

 

Wachstum in der PKV

Laut dem Zahlenbericht der Privaten Krankenversicherung hat die Branche in 2014 unter dem Strich in der Vollversicherung 55.700 Personen verloren hat. Das klingt nun wahrlich dramatischer als es in Wirklichkeit ist, denn bei über 8,8 Millionen Versicherten bedeutet dies gerade mal ein Minus von 0,63%.

Von einem Erdrutsch zu sprechen, wäre daher zum einen sicherlich übertrieben, zum anderen ist die Aussagekraft dieser Tatsache eher beschränkt. Denn es handelt sich um einen reinen Durchschnittswert und die haben nun mal die Neigung, ein schiefes Bild zu vermitteln, wenn extreme Ausreißer mit im Spiel sind. Was beim Personenwachstum in der Vollversicherung zweifellos der Fall ist.

So hat beispielsweise allein die Central Krankenversicherung im Zeitraum 2009-2014 mehr als 140.000 Kunden verloren, fast 30% ihres Versichertenbestands im Bereich der Krankenvollversicherung. Die Ursachen hierfür dürften weniger im Geschäftsmodell PKV zu suchen sein, sondern hier drängt sich schon der Verdacht auf, dass die Probleme hausgemacht sind.

Schauen wir uns weiterhin die Wachstumsraten gegliedert nach verschiedenen Zeiträumen an, so stellen wir fest, dass die PKV in diesem Punkt eine Art 2-Klassen-Gesellschaft ist:

  • Die Anbieter, die es schaffen, in der Vollversicherung ein kontinuierliches Wachstum zu erzielen.
  • Die Versicherer, die schon seit Jahren mit sinkenden Bestandszahlen zu kämpfen haben.

Billigtarife

Eher beiläufig führt Frau Kunz einen wichtigen Punkt an, weshalb bei einigen Unternehmen überproportionale Beitragssteigerungen befürchtet werden müssen: Weil sie in der Vergangenheit Neukunden mit Billigangeboten geködert haben!

Denn diese Praxis hat vielfach zu einer Vergreisung der Alttarife geführt. Eine nachhaltige Tarifpolitik stellt im Gegensatz dazu die Interessen der Bestandskunden an die erste Stelle und nicht das billige Neugeschäft.

Nettoverzinsung

Das sich die sinkende Nettoverzinsung nicht positiv auf die Beiträge auswirkt, ist unstrittig. Doch genau wie beim Wachstum ist die Situation bei den einzelnen Unternehmen auch hier sehr unterschiedlich, dementsprechend dürfte es längst nicht überall zu einem Sturm der Entrüstung kommen.

 Schlussfolgerung

Für denjenigen, der die Möglichkeit hat, kann der Wechsel in eine PKV nach wie vor eine attraktive Alternative sein. Wichtig ist jedoch, dass man sich bei der Entscheidungsfindung nicht einseitig am momentanen Preis- / Leistungsverhältnis orientiert, sondern sich vor allem den künftigen Partner genauer anschaut.

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