Gute Zahlen alleine machen noch keinen vertrauenswürdigen Partner. Sie sollten daher lediglich ein Teil der ganzheitlichen Betrachtung sein. Dabei sollten Sie nach unserer Auffassung außerdem berücksichtigen:

  • Die isolierte Betrachtung einer einzelnen Kennzahl ist wenig aussagekräftig.
  • Die Beschränkung auf das aktuelle Geschäftsjahr vermittelt nur ein eingeschränktes Bild, weshalb wir bei unseren Analysen Durchschnittswerte für verschiedene Zeiträume gebildet haben.

Unternehmensgröße

Hier könnten wir dem Irrglauben verfallen, dass dieses Kriterium allein schon ein positives Merkmal ist. Frei nach dem Motto: Wenn ein Unternehmen so groß geworden ist, muss es wohl gut sein, sonst wäre es vorzeitig gescheitert.

Doch ob ein Unternehmen 50.000, 150.000 oder 500.000 Versicherte zählt, ist lediglich eine Tatsache, mehr nicht. Rückschlüsse können daraus nicht gezogen werden, schon gar nicht, was die Qualität betrifft.

Fakt ist vielmehr, dass in der Vergangenheit gerade von den großen Versicherern einige gravierende Schwierigkeiten hatten, was die Beitragsentwicklung bei ihren Bestandskunden betrifft. Wir vermuten, dass eine Hauptursache darin liegen könnte, dass sie anscheinend ihr Wachstum auf Kosten der Qualität erzielt haben.

Ob ein Anbieter Ihnen eine positive Perspektive bietet, ist also keine Frage der Größe, sondern sein Versichertenbestandes sollte über einen möglichst guten "durchschnittlichen Gesundheitszustand" verfügen.

 Wachstum in der Vollversicherung

Grundsätzlich sind neue gesunde Kunden bei jeder Privaten Krankenversicherung herzlich willkommen.  

Doch muss eine Private Krankenversicherung unbedingt wachsen?

Nehmen wir einmal an, ein Unternehmen hätte 50.000 Versicherte und diese Zahl bliebe stets konstant, d.h. die Anzahl der Neuzugänge reicht gerade mal aus, um die Abgänge zu kompensieren.

Wird das jetzt für die versicherten Kunden zwangsläufig zum Problem? Nein, denn es kann sich ohne weiteres um einen Versicherer handeln, der gut aufgestellt ist.

Vielmehr hat es in der Vergangenheit einige Beispiele gegeben, wo hohes Wachstum für die Kunden zum Bumerang wurde, d.h. aus dem günstigen Einstiegsbeitrag wurde schnell ein teures Vergnügen.

Solides Wachstum ist also folgerichtig an gewisse Voraussetzungen geknüpft:

  • Wie sind die Grundsätze des Unternehmens bei der Gewinnung neuer Kunden? Eine großzügige Annahmepolitik bietet zwar deutlich höhere Wachstumschancen, beinhaltet aber auch zwangsläufig das Risiko von erhöhten Beitragssteigerungen in der Zukunft.
  • Wie schätzt die Gesellschaft den künftigen Schadenverlauf im Rahmen der Kalkulation ein? Hoher Optimismus verschafft hier zunächst eine bessere Wettbewerbsposition, weil die Neugeschäftsbeiträge geringer ausfallen. Doch wenn später nachgebessert werden muss, fallen die Beitragsanpassungen entsprechend hoch aus.
  • Legt der Anbieter neue Tarife zu günstigen Konditionen auf, um das Neugeschäft zu erleichtern? Wir finden, dass eine solche Geschäftspolitik den Interessen der Bestandskunden unterm Strich zu wenig Rechnung trägt.

Kleinere Unternehmen sind oft gesünder!

Versicherer, die auf bewährte Tarife setzen, damit die Beiträge für ihre Bestandskunden langfristig bezahlbar bleiben, verzichten übrigens ganz bewusst auf aggressive Wachstumsstrategien, sondern halten vielmehr an ihren soliden Grundsätzen fest.

Keine spektakulären Expansionen, aber eben auch ohne große Krise.

Negatives Wachstum

Hier haben wir die Situation, dass die Zahl der Abgänge höher ist als die Anzahl der gewonnenen Neukunden. Deshalb ist aber nicht gleich die Existenz einer Privaten Krankenversicherung gefährdet.

Wenn dieser Trend jedoch über einen längeren Zeitraum anhält, sollten Sie sich allerdings die Frage stellen, ob das Unternehmen Probleme mit der Beitragsentwicklung hat. Was sich negativ auf die Qualität des Kundenbestands auswirken kann, denn in so einem Fall sind es wohl überwiegend die Gesunden, die sich anderweitig orientieren.

Um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, haben wir die Wachstumsraten der einzelnen Anbieter für verschiedene Zeiträume analysiert und stellen Ihnen diese Informationen gerne zur Verfügung.

Wachstumsraten der PKV-Unternehmen

Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote

Sie gibt an, wie viel von den Jahresbeitragseinnahmen nach Abzug der Aufwendungen für Schäden und Kosten übrig bleibt. Ist sie positiv, war der kalkulierte Beitrag insgesamt ausreichend bemessen. Ist sie negativ, so hat der kalkulierte Beitrag nicht ausgereicht, um alle Ausgaben zu decken. In diesem Fall stehen die Erträge aus den Kapitalanlagen nicht mehr in vollem Umfang für Maßnahmen zur Altersvorsorge und zur Beitragsstabilisierung zur Verfügung.

Wenn also ein Versicherungsunternehmen kontinuierlich über viele Jahre einen guten Erfolg aus dem Versicherungsgeschäft verbuchen kann, ist das aus Kundensicht positiv zu bewerten.

Besonders wenn dahinter eine sicherheitsorientierte Geschäftspolitik steht, die auf langjährig bewährten Tarifen basiert.

Stornogewinne als positiver Effekt

Es mag paradox klingen, negatives Wachstum bei der Anzahl der versicherten Personen kann sich offenbar positiv auf die Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote auswirken. Zumindest ist bei einigen Gesellschaften ein signifikanter Anstieg in diesem Zusammenhang festzustellen.

Ursache dafür könnte sein, dass die angesparten Altersrückstellungen von Kunden, die ihren Vertrag kündigen, als so genannte Stornogewinne ganz oder teilweise beim Unternehmen verbleiben.

Von einer langfristig soliden Geschäftspolitik, wo Ihre Interessen als Bestandskunde an erster Stelle stehen, kann bei diesen Einmaleffekten aber wohl eher nicht die Rede sein.

Wir haben die Quoten der Anbieter für verschiedene Zeiträume für Sie tabellarisch aufbereitet.

Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquoten der PKV-Unternehmen

 

RfB-Quote

Ziel der Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB) ist es, in der Zukunft zusätzliche Mittel für Beitragsentlastungen zur Verfügung zu haben.  Diese können Ihnen als Kunde wie folgt zugute kommen:

  1. Beitragssenkungen
  2. Minderung oder Verhinderung von Beitragserhöhungen
  3. Finanzierung von Mehrbeiträgen in Verbindung mit Leistungserhöhungen
  4. Beitragsrückerstattungen bei Leistungsfreiheit
  5. Auffüllung der Altersrückstellungen

Eine hohe Quote ist daher grundsätzlich positiv zu bewerten.

Doch gilt es auch hier zu differenzieren. Denn wir haben das gleiche Phänomen wie bei der Versicherungsgeschäftlichen Ergebnisquote, negatives Wachstum bei der Anzahl der versicherten Personen kann sich augenfällig auch hier positiv auswirken. Zumindest ist bei einigen Anbietern in diesem Zusammenhang die Quote teilweise stark gestiegen.

Ursache dafür dürften auch hier die erhöhten Stornogewinne sein, was wir skeptisch beurteilen, weil sie nun mal nicht für eine nachhaltig erfolgreiche Geschäftspolitik sprechen.

Wichtig ist in unseren Augen daher vor allem die Kontinuität. Wir haben daher eine Analyse sämtlicher Anbieter für diverse Zeiträume erstellt, das Ergebnis steht hier zum Abruf bereit.

RfB-Quoten der PKV-Unternehmen

RfB-Zuführungsquote

Diese Quote steht in direktem Zusammenhang zur RfB–Quote. Verfügt ein Versicherer über eine stabile Erfolgslage mit durchgehend hohen versicherungsgeschäftlichen Erträgen, so kann er der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) stetig hohe Mittel zuführen.

Aber auch hier schlagen bei einigen Anbiteren die Stornogewinne zu Buche, denn sie ermöglichen ihnen eine erhöhte Zuführung.

Auch die RfB-Zuführungsquoten für verschiedene Zeiträume haben wir analysiert und stellen Ihnen das Ergebnis gerne zur Verfügung.

 RfB-Zuführungsquoten der PKV-Unternehmen

 

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